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Wie aus den vorstehenden Ausführungen bereits ersichtlich, erfordert eine erfolgreiche Gewichtsreduktion eine mehrdimensionale, interdisziplinär ausgerichtete Therapie, welche körperliche und psychische Aspekte
angemessen zu berücksichtigen hat.
Individuelle Ernährungsberatungen, bedarfsweise computergestützte Ernährungsanalysen, zusätzlich verschiedene informierende und motivierende therapeutische Gruppenveranstaltungen stellen die wesentlichen Elemte einer
ernährungsbezogenen Behandlung dar. Weiterhin erhält der Patient durch ein Angebot vielgestaltiger, schmackhaft zubereiteter fettreduzierter Mahlzeiten eine Anschauung hinsichtlich der praktischen Kostgestaltung.
Psychologischerseits finden ebenfalls mehrere therapeutische Gruppenveranstaltungen statt, welche Aspekte des Essverhaltens und der jeweiligen psychischen Befindlichkeit behandeln (Adipositasgruppe, Stress- und
Angstbewältigungsgruppen u.a.). Bei Erfordernis und entsprechendem Patientenwunsch kann darüberhinaus eine intensivierte psychologische Mitbetreuung in mehreren Einzelsitzungen erfolgen. Hier kann die jeweilige
Individualproblematik im seriellen Einzelgespräch aufgearbeitet werden.
Auf der Grundlage einer durchführbaren internistischen Funktions- und Leistungsdiagnostik, welche insbesondere die Herz-Kreislauf-, Gefäss- und Atmungssituation erfasst, kann auch ein strukturierter Therapieplan für
körperlich aktivierende bewegungstherapeutische, die Ausdauer verbessernde Massnahmen erstellt werden.
Nach eigenen publizierten Ergebnissen kann bei Nachbeobachtung über drei Jahre in etwa 22% der Fälle eine Übergewichtigkeit bzw. Adipositas durch die vorstehend skizzierten Behandlungsansätze langfristig zur
Rückbildung gebracht, d.h. normalisiert werden. Weitere 70% der Patienten zeigen nach drei Beobachtungsjahren zumindest eine statistisch signifikante Verringerung ihres Körpergewichtes im Vergleich zu ihrem
ursprünglichen Gewicht. Diese Daten belegen, dass durch eine mehrdimensional angelegte komplexe Behandlung unter den intensivierten Bedingungen einer stationären klinischen Therapie in der Mehrzahl der Fälle
langfristige Gewichtsreduktionen zu erreichen sind.
In der Zukunft ist mit eventuell möglichen weiteren Verbesserungen der Behandlungserfolge zu rechnen, da zwischenzeitlich verschiedene oral verabreichbare Präparate auf dem Markt erhältlich sind, welche über eine
Reduktion der Fettaufnahme im Darm (Orlistat) oder über eine medikamentöse Beeinflussung der Sättigungszentren im Hirnstamm
(Sibutramin) eine Gewichtsreduktion zumindest im Falle ausgeprägter Gewichtserhöhungen
zusätzlich unterstützen können. Eine dritte
vielversprechende Substanz ist Rimonabant,
ein Endocannabinoid-Rezeptorblocker
(CB1-Rezeptorblocker), welcher ebenfalls die
Entstehung von Hunger dämpft, zusätzlich
Fettdepots und Taillenumfang verringert und die
Blutfettspiegel günstig beeinflusst. Auch diese Präparate können bei Erfordernis unter bedarfsweiser klinischer Verlaufskontrolle in unserer Klinik eingesetzt werden.
Es ist zu betonen, dass diese Medikamente allerdings keinen Ersatz für die vorstehend dargelegten nicht-medikamentösen Behandlungsstrategien darstellen, sondern als eventuelle ergänzende Behandlungskomponente
anzusehen sind. Auch sind mögliche Nebenwirkungen zu berücksichtigen und mit dem Patienten zu besprechen.
Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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